Heilende Spiele
Geheimsprache / Selbstgespräche
Schutztiere / Schutzgeister
Tanz und Rhythmus
Schutzschild basteln
Traumdeutung und Traumfänger herstellen
Bilder, Körperbemalung
Elementenrituale
Schutz - und Medizinbeutel
Heilfest
Geheimsprachen und Selbstgespräche
Im Verlauf seiner Lehrzeit erlernt ein künftiger Schamane die Geheimsprachen,
durch die er mit Geistern oder Tieren spricht. Diese Sprache bringt ihm ein
Meister bei, oder sie wird ihm eingegeben.
Die ersten Laute neuer Erdenbürger klingen eher nach Würge - oder Hustgeräuschen,
da Babys auch körperlich nur dazu fähig sind.
Sind die Hör - und Stimmorgane völlig ausgebildet, erlernen sie schrittweise
die Muttersprache. Die Kinder ahmen den Erwachsenen nach und erlernen so den
sprachlichen Ausdruck.
Manchmal wenn sich Kinder unbeobachtet fühlen, kann man sie dabei ertappen, wie
sie "geistesabwesend" in einer Geheimsprache zu sprechen oder zu
singen scheinen.
In manchen Geheimsprachen hat ein Wort drei oder vier unterschiedliche
Bedeutungen. Dieses Phänomen kennen wir aber auch aus unserer
Sprachentwicklung.
Spielanleitungen:
* Welche Worte klingen in unserer Sprache ähnlich, haben aber unterschiedliche
Bedeutungen, wie
z. B: die Farbe "weiß" und das "Wissen" = weiß und weis.
* Welche zusammengesetzten Worte erlangen neue Bedeutungen, wenn man sie zerpflückt?
z.B. Gemeinschaft = gemein + Schaft
* Wie wirken die Eigennamen, wenn man sie mehrmals schnell wiederholt (auch möglich mit
anderen Worten)?
* Wer kann spontan in einer Sprache sprechen oder singen, die es eigentlich nicht gibt?
* Wie können wir uns ohne Sprache miteinander verständigen?
* Welche "guten" und "bösen" Worte kennst Du? Mit welchen
Worten lobst Du andere, womit
beschimpfst Du sie? Worte besitzen eine ungeheure Kraft; - wie wirkt diese Kraft
auf
Deine Gesprächspartner?
Schutztiere
Tiergestaltige Hilfsgeister spielen eine wichtige Rolle bei der Einleitung
schamanischer Feste. Ihre Anwesenheit zeigt sich im allgemeinen dadurch, dass
der Heiler Tierschreie ausstößt und das Verhalten von Tieren nachahmt. Die
bekanntesten Schutztiere sind Schlangen, Bären, Füchse, Raubkatzen und - vögel
und Hirscharten.
Es gibt Kinder, die fallen durch ihren natürlichen Umgang mit Tieren auf,
obwohl sie vielleicht dieses Tier zum ersten Mal in ihrem Leben sehen. Woher
kommt dieses Urvertrauen?
Zu welchen Tieren hat das Kind sofort Vertrauen, - vor welchen hat es Angst?
Spielanleitungen:
* Um sich die Charaktere der Tiere bewusster zu machen, kann man Parallelen zum eigenen
Verhalten suchen.
Man beginnt zum Beispiel mit Tieren, die analog zu den eigenen Sinnen stehen: ein Tier für
das Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen usw. Diese Vergleiche lassen sich mit allen möglichen
Eigenschaften fortsetzen.
* Spiele Dein Lieblingstier nach: wie bewegt es sich, wie lebt und unterhält es sich?
Ein zurückhaltendes Kind wird sein soziales Verhalten evtl. mit einem Hasen
vergleichen; ein aufgewecktes Kind eher mit einem Löwen. Vertauschen diese
beiden ihre Rollen, wird es dem Hasen - Kind schwer fallen, einen aufsässigen Löwen
zu spielen, und dem Löwen - Kind wird das Stillhalten des Hasens nicht einfach
werden.
Das Vertauschen der Rollen deckt eigene Defizite auf, und ist gerade bei auffälligen
Kindern ein gutes Mittel zur Öffnung.
Außer dem Nachspielen von Tieren und das Aufdecken von Parallelen kann auch
danach gefragt werden, welches Tier dem Kind lieber wäre. Vielleicht sehnt sich
das Hasen - Kind danach, ein Löwen - Kind zu werden? Das Hinterfragen nach dem
Gegenstück weist auf versteckte Wünsche hin.
Tanz und Rhythmus
Ist es nicht seltsam, dass kleine Kinder, selbst wenn sie noch nicht einmal
stehen können, zur Musik wippen? Was löst Musik in uns aus, dass wir einfach
mitgehen müssen?
Das Geräusch der üblichen Babyrassel lässt sogar Neugeborenen aufhorchen.
Da also auch schon Kleinkinder zum Rhythmus fähig sind, können sie auch Musik
machen. Musik macht die eigenen Gefühle hörbar.
Spielanleitungen:
Stehen keine Instrumente zur Verfügung, können sie schnell gebastelt
werden, oder Küchengeräte wie Töpfe, Reiben, etc. umgewandelt werden. Gerade
Rhythmusgeräte sind aber auch leicht herzustellen.
* Durch das rhythmische Schlagen auf Trommeln können angestaute Aggressionen abgebaut
werden; Lebensenergien beginnen wieder
gleichmäßig zu fließen; - es kann bei
Wutausbrüchen sehr hilfreich sein.
* Durch welche Geräusche können Wut, Trauer, Freude, Zufriedenheit, etc. ausgedrückt
werden; - wie
können Regen, Wind, Gewitter, Sonnenschein, etc. dargestellt werden?
* Welche "Körpereigenen" Instrumente besitzen wir? - Das Klatschen mit
den Händen,
Pfeifen, Schnalzen mit der Zunge, etc.
* Wenn der Umgang mit Geräuschen vertraut ist, kann auch eine Geschichte vertont, bzw.
untermalt werden.
Schutzschild basteln
Die Natur ist der größte Verbündete der ursprünglichen Heiler. Sie stellten
eine Beziehung zu allen Elementen her: dem Feuer, dem Wasser, der Erde, der Luft
und dem Äther.
Das Schutzschild kann zur allgemeinen Obhut dienen, oder um einen konkreten
Schutz gebeten werden.
Ein Vorgespräch soll dazu dienen, Ängste zu offenbaren und das Bedürfnis nach
Unterstützung. Nachdem geklärt ist, welche Art Schutz gewünscht wird, sucht
man nach entlastenden Gegenstücken.
In dem Schutzschild sollen sich später folgende Dinge befinden:
- ein positives Symbol aus der Natur (z. B. getrocknete Blumen, Blätter oder Früchte,
lachende "Masken" in Rinden etc.);
- etwas, das plötzlich vor deinen Füßen liegt;
- ggf. etwas persönliches (ein geknüpftes Stück Wolle, ein Schmuckstück z.
B.);
- eine Feder;
- etwas Abschreckendes (z. B. ein Ast mit einer Grimasse, ein dunkler Stein o.
ä.);
Auf Äste, Wurzeln oder Stöcke können auch Grimassen oder lachende Gesichter
geritzt oder gemalt werden (möglichst Wasser - oder Bio – Farben benutzen).
Da nach alter Tradition sollte das Schild nur von seinem Hersteller, seiner
"Bezugsperson" berührt werden, und sollte deshalb möglichst hoch
gehangen werden, und selten den Standort wechseln; - es wird grundsätzlich ähnlich
genutzt, wie der bekanntere Traumfänger.
Traumdeutung und Traumfänger herstellen
Eine Traumbesprechung sollte möglichst in behaglicher Atmosphäre mit
Kerzenlicht, ruhiger Musik und evtl. Aromaölen ( auf Allergien achten !)
stattfinden.
Jeder sollte selbst entscheiden, welchen Traum er erzählen möchte. Dies kann
ein Traum aus der vergangenen Nacht oder aus früheren Zeiten sein. Wenn die
Beteiligten schreiben können, können sie sich auch Notizen machen, oder den
Traum ganz niederschreiben. Als Alternative kann der Traum auch gemalt werden.
Wenn der erste Teilnehmer seinen Traum erzählt hat, wird er gemeinsam gedeutet. Dabei sind
vor allem die durch den Traum entstandenen Gefühle wichtig. Hat der Traum eher
positive oder negative Eindrücke hinterlassen? Jede einzelne Szene des Traums
wird so ausgewertet.
So kann ein großes Tier einerseits Angst auslösen, andererseits aber auch als
Schutztier empfunden werden. Diese Differenzierung ist das wichtigste bei dieser
Art der Traumbesprechung.
Von herkömmlichen Traumdeutungsbüchern sollte in diesem Zusammenhang Abstand
genommen werden, oder man zieht sie nach der „emotionalen Besprechung“
hinzu.
Spielanleitung:
* Jeder erzählt einen seiner Träume und er wird gemeinsam gedeutet.
* Alle Beteiligten erzählen den Traum eines anderen nach und schmücken ihn mit eigenen
Worten aus, - so wie sie ihn empfunden haben.
* Traumfänger herstellen: Anleitungen zum Herstellen eines Traumfängers finden
sich im Internet oder in der Literatur.
Der Traumfänger ist ein alter Ritualgegenstand, von dem behauptet wird, dass er die negativen Träume
in seiner Mitte einfängt (dort befindet sich meistens ein Edelstein, z. B.
ein Türkis). Er wird in der Nähe des Bettes oder am Schlafzimmerfenster angebracht.
Bilder, Körperbemalung
Auch wenn wir uns als zivilisierte Menschen von der ursprünglichen Körperbemalung
distanziert haben, trägt noch fast jede Frau mit ihrem geschminkten Gesicht zu
diesem Urritual bei. Gerade in den letzten Jahren hat aber auch die Körperbemalung
wieder mehr Beachtung gefunden.
Am einfachsten ist es, wenn Farben und Formen willkürlich ausgesucht werden,
und man sich selbst oder gegenseitig bemalt. Es ist ein bekanntes Phänomen, dass
Kinder und Jugendliche häufig Mischfarben bevorzugen. Pink und Lila sind vor
allem bei weiblichen Teenagern beliebt. Dies hängt mit der Unentschlossenheit,
der inneren Suche und der Neugier zusammen, die gerade bei jungen Menschen sehr
ausgeprägt ist.
Farben haben unterschiedliche Bedeutungen, die in dem Kapitel
"Farbtherapie" aufgelistet sind.
Anregungen für Tiermasken:
1.) (Raub-) Katze =
- Augen längs betonen;
- lange Schnurrhaare;
- Stirnfalte;
- lange Augenbrauenhaare;
- Mund evtl. dunkel;
- Nase evtl. rosa und rund betont;
2.) Bär =
- Augen rund und braun betonen;
- Nase dunkel und rund;
- Mund dunkel (schwarz) und schmal;
- Wangenknochen dunkel betonen;
- kleine Schnurrhaare;
3.) Vogel =
- Augen hell und längs betonen;
- Nase spitz und ocker o. ä.;
- Mund klein und hell (evtl. Mitte hoch zur Nase);
- Wangen mit hellen Federn oder feinen Linien bemalen;
Es ist gar nicht so einfach, bestimmte Tiergesichter zu malen. Deshalb ist es
gut, vorher auf Papier zu üben, wie man z. B. Federn für Vogelköpfe oder die
Schuppen von Reptilien malt.
Elementenrituale
Die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft stellen die Grundlagen für alles
Leben dar. Oft wird vergessen, wie wichtig sie für uns sind. Deshalb finden
sich hier einige Anleitungen, mit denen wir uns die Elemente wieder bewusster
machen können.
1. Feuer = Feuertanz
2. Wasser = Bewegungsritual
3. Erde = Steinkreis
4. Luft = Luftkuss
1.) Der Feuertanz:
Das Feuer ist doch eine phänomenale Sache: zuerst ist es trockenes, sprödes
Holz, doch brennt es, spendet es Licht und Wärme, und bietet zudem noch ein prächtiges
Farbenspiel.
Das Holz für ein großes Feuer kann gemeinsam mit anderen Teilnehmern gesucht
werden. Auch bei einem großen Feuerplatz sollte aus Sicherheitsgründen Wasser
oder Sand zum Löschen bereit stehen, und es sollte mindestens ein Erwachsener
anwesend sein.
Die Zusammengetragenen Brennhölzer können gemeinsam angeschaut und besprochen
werden: gibt es Hölzer mit Zeichen durch Naturgewalten oder Tiere? Haben die Hölzer
Gesichter, zeigen sie Tiere oder Gegenstände in ihrer Rinde oder Maserung?
Stellt das Holzstück selbst eine Figur dar? usw.
Das Betrachten des Feuers vom Anbeginn bis hin zum Lodern kann ebenfalls
besprochen werden: wie verändern sich die Flammenformen oder Farben, welche Geräusche
entstehen, wie reagiert Feuer auf Wassertropfen, wie wirken die Flammen auf die
Anwesenden?
Da Feuer verbrennt, also "vernichtet", lautet das Hauptthema der
Veranstaltung:
"Was möchte ich loslassen, bzw. vernichten?"
Hierzu können (auch schon im Vorfeld) Bilder gemalt oder Briefe geschrieben
werden, die dann in einer feierlichen Zeremonie verbrannt werden. Jeder
Teilnehmer wirft nacheinander seinen Wunsch in das Feuer, wobei er auch noch
einmal laut ausgesprochen werden kann. Die anderen Anwesenden können seine Äußerungen
mit einem lauten Ruf (am günstigsten eines Vokals) abschließen, und andere
unterstützende Gesten machen, wie z. B. die Arme gegen den Himmel heben, mit den
Füßen stampfen oder auf Trommeln schlagen. Haben alle ihre Wünsche oder Ängste
im Feuer verbrannt, beginnt der Feuertanz. Dazu sollte mindestens eine Trommel
im Takt geschlagen werden (als Alternative evtl. eine Rassel benutzen). Während
des Tanzes darf ungehemmt geschrieen, gesungen oder laut gesprochen werden, um
den Geist des Feuers zu unterstützen. Es kann rechts oder links herum getanzt
werden, aber die Anwesenden sollten sich auf eine Richtung einigen.
Natürlich können auch andere erwähnte Ritualgegenstände, wie der
Steinfreund, der Redestab oder der Medizinbeutel zum Feuertanz mitgebracht
werden.
2.) Das Wasser = Bewegungsrituale
Wasser ist eine faszinierende Materie: ungefähr 70 % unseres Körpers besteht
aus Wasser; - ebenso viel Prozent, wie auf dem Erdball vorherrschen.
Wasser stillt unseren täglichen Durst, und reinigt unseren Körper und unsere
Heime vom Schmutz. Obwohl Wasser im Naturverlauf sehr unruhig ist, kann es uns
zur Ruhe bringen und uns heilen.
Es ist gleichgültig, welches Gewässer zum Beobachten von Wasser ausgewählt
wird. Es reicht sogar aus, die Badewanne oder Dusche oder eine Schüssel mit
Wasser zu füllen. Eine natürliche Umgebung ist bei Ritualen aber immer
sinnvoller, - und auch aufregender.
Welche Bewegungen macht das Wasser durch die Schwingungen der Natur, und durch
das Leben, z. B. im Teich, Bach oder See von selbst? Wie reagiert es, wenn du es
berührst oder Gegenstände (z. B. einen Stein) versenkst? Wie veranlasst man
Wasser zum Spritzen; - und was passiert dort, wo die Tropfen landen? Wie fühlt
sich Wasser an?
Da Wasser mit Bewegung einher geht, lautet das Thema des Rituals: was möchte
ich in Bewegung bringen? Ein zurückhaltendes Kind wünscht sich z. B. mehr
Redefluss, ein Kind, das viel alleine ist, strebt nach mehr Bewegung im
Familienleben, usw.
Spielanleitungen:
- Wassertreten ist ein bekanntes Heilverfahren, um den Kreislauf anzuregen. Hierfür watet
man durch kaltes Wasser, hebt die Füße möglichst hoch, zieht dabei die Knie an. Auch
hierbei kann die Reaktion des Wassers beobachtet werden.
- Steine springen lassen ist ein altbekanntes Spiel, bei dem viele Bewegungen entstehen. Dafür
werden flache Kiesel gesucht und diese mit Schwung über die Wasseroberfläche geworfen,
damit sie springen.
- um Schiffe fahren lassen suchst du dir einfach kleine Holzzweige. Sie verdeutlichen den
Verlauf eines Wassers, wenn man sie schwimmen lässt. Inwieweit kannst du auf den
Fluss
einwirken, wohin kann man das Schiffchen durch Bewegungen treiben?
- die Aggregatzustände des Wassers lassen sich ebenfalls leicht demonstrieren: als Eis ist es
fest, als Wasser flüssig, und wenn es verdampft (z. B. beim Kochen) ist es gasförmig.
3.) Die Erde = Der Steinkreis
Steine stehen für Festigung, - also hilft der Steinkreis beim Stärken
bestimmter Eigenschaften.
Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollen gefestigt werden; - schulische
Leistungen, Charaktereigenschaften oder Talente? Welche Festigung wird außerdem
gewünscht; - wie z. B. das Stärken einer bestimmten Zwischenmenschlichen
Beziehung?
In der Natur wird Ausschau nach Steinen gehalten. Welche unterschiedlichen
Steinformen kommen in deiner näheren Umgebung vor; - welche Steine kennst du
noch (z. B. Basalt, Kies, Schiefer, Sandstein, Edelsteine etc.)?
Das Betrachten der Steine kann unterwegs stattfinden, oder aber später zu
Hause. Welche Farben hat der Stein, besitzt er Adern oder Maserungen?
Der Steinkreis:
Am besten wird wieder eine angenehme Atmosphäre geschaffen. Wichtig ist vor
allem eine große Kerze. Vorab zieht jede/r Teilnehmer/In "seinen"
Stein durch die Flamme, um ihn zu reinigen. (Als Alternative kann er auch drei
Tage in klares Wasser gelegt werden, oder einen Tag in Salzwasser, den Garten
oder Blumentopf). Anschließend legt jeder seinen Stein vor sich in die Runde,
sodass ein Steinkreis entsteht.
Nun trägt jede/r Teilnehmer/In eine bestimmte
Bitte an den Stein vor; - wie z. B. die Bitte um Festigung des Mutes, der
schulischen Leistungen, der Ruhe usw. Dabei können auch die mit der Bitte
verbunden Ängste, neue Ziele und Hoffnungen ausgesprochen werden. Der Stein,
der angesprochen wird, soll in die Hand genommen werden. Dabei kann man ihn drehen, streicheln
oder in der geschlossenen Faust halten.
Ab sofort ist der Stein ein Freund. Er kann als Stabilisator in der Hosentasche
getragen werden, auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen liegen. Steine
freuen sich immer wieder, wenn sie einige Zeit lang im Wasser liegen dürfen.
Um Zwischenmenschliche Beziehungen zu festigen, kann er an die betreffende
Person für
ca. drei Tage ausgeliehen werden, und dort im besten Falle unter dem Kopfkissen
liegen.
Wer Edelsteine zur Verfügung hat, kann diese in den Steinkreis mit einbeziehen.
Hierfür eignen sich folgende Steinarten besonders:
Jaspis, Feueropal, Feuerachat, Achatscheibe mit kristallinem Einschluss,
Rhodonit, Malachit, Wasseropal oder Granat.
Das Element Erde (Stein) steht mit dem Frühling und dem Morgen in Verbindung,
mit Löwenzahn, der Schildkröte und der Farbe Gelb.
Ein optimaler Zeitpunkt für dieses Ritual ist also ein Morgen im Frühling, Löwenzahn
auf dem Altar und eine Schildkröte zu Besuch.
4. Luft = Der Luftkuß:
Auch die Luft ist ein faszinierender Stoff. Meistens atmen wir unbewusst, ja
unbemerkt, dabei hält uns die Luft jede Sekunde am Leben.
Mittlerweile haben sich auch viele Therapieformen bei uns etabliert, die mit der
Atemheilkunst einhergehen, und verschiedenen Atemtechniken zeigen. Hierzu gehören
Yoga, Ayurveda oder auch Aikido, und einige andere mehr.
Luft trägt auch Düfte an uns heran; - zum Beispiel Aromaölduft oder einfach
der Geruch des frischen Waldbodens nach einem Regen. Zum Übel mancher Menschen
transportiert sie aber auch Pollen oder andere Stoffe, die uns unangenehm sind.
Sie kann außerdem unterschiedliche Temperaturen haben. Im Winter toben eiskalte
Stürme, im Sommer "steht" die Luft vor Hitze.
Wir müssen der Luft für diese Erlebnisvielfalt sehr dankbar sein, - und
sollten sie küssen!
Aber wie können wir die Luft küssen? Wir können sie nicht greifen, sie ist
dauernd in Bewegung und lässt sich schlecht einfangen, außerdem kann man sie
nicht sehen.
Da die Luft durch die Bäume so gereinigt wird, dass wir sie als Atem brauchen können,
müssen wir uns wohl in erster Linie bei den Bäumen bedanken. Das ist schon
einfacher. Die Bäume können wir sehen und anfassen, ja sogar umarmen und
ansprechen. Aber Luft?
Am meisten spüren wir die Luft, wenn ein Sturm braust. Wer also wirklich spüren
muss, dass Luft lebt, sollte seine Luftküsse bei tobenden Böen verteilen.
Anderen Menschen wird es reichen, sich im Wind zu drehen, in die Luft zu
greifen, sich vorzustellen, dass diese Luft in der Hand sitzt, und sich
streicheln und küssen lässt!
Das Thema des Luftrituals heißt überleben. Was benötigst du noch zum Überleben?
Was ist für dich besonders wichtig oder Lebenswert?
Spielanleitungen:
- Der "Luftkuss" läßt sich am besten in der Natur verteilen; - aber Luft ist ja überall!
- Beobachte deine Atmung! Lege dich flach auf den Boden, schließe die Augen, und versuche
den Weg der Atemluft zu verfolgen. Du kannst deinen Bauch und Oberkörper beobachten,
wie er sich hebt und senkt, während du atmest.
Schutz - und Medizinbeutel
Viele indianische Heiler tragen einen Medizin - oder Schutzbeutel bei sich, der
bei Gelegenheit auch neu gefüllt oder erweitert wird. Der Inhalt dieses Beutels
ist auf den Besitzer abgestimmt. Er eignet sich auch gut als Geschenk, z. B. bei
erkrankten Personen, aber auch zu Geburtstagen oder anderen Feierlichkeiten.
Grundsätzlich können sich folgende Utensilien in dem Beutel befinden:
- Edelsteine;
- getrocknete Blumen oder Kräuter; (bevorzugt wurde Salbei von alten Heilern)
- eine Feder (kann auch außen befestigt werden);
- ggf. etwas persönliches;
- ein Blatt, Rinde oder Frucht des persönlichen Baumfreundes;
- ein Wunschzettel;
- Räucherwerk;
- Münzen;
- Schmuckstücke;
- Steine mit Symbolen;
- andere Lieblingsgegenstände;
Am besten ist es, wenn für diesen Zweck ein kleines Beutelchen (z. B. aus einem
Dritte - Welt - Laden etc.) gekauft, oder es selbst genäht wird.
Der Medizinbeutel kann ständig mit getragen werden, oder nur in Situationen,
die nicht „geheuer“ sind.
Wurde ein passender Beutel besorgt, kann wieder einen Spaziergang in die Natur
unternommen werden. Der Baumfreund kann besucht, und um ein Geschenk gebeten
werden. Weitere Blumen und Kräuter, die unterwegs gesammelt werden, sollten
erst einige Tage getrocknet werden, bevor du sie „einweiht“ und im
Medizinbeutel verstaut werden. Ein persönliches Schmuckstück oder eine kleine
Bastelei dient dem Inhalt des Beutels, sich
auf den Träger einzustimmen.
Wird der Medizin - und Schutzbeutel für einen bestimmten Zweck angefertigt, z.
B. um Krankheiten abzuwehren, oder Sinne zu stärken, sollten die Gegenstände
analog dazu ausgesucht werden.
Heilfest
Ein Heil - oder Dankfest wird veranstaltet, um der Natur zu danken, Krankheiten
zu heilen oder um Bitten zu verstärken.
Das Fest kann auch zu besonderen Anlässen veranstaltet werden, z. B. zum
Geburtstag, oder um für bestimmte Personen zu bitten (die nicht anwesend sein müssen).
Zu einem heilenden Fest können gehören:
1.) Musik und Tanz;
2.) Luftkuss;
3.) Körper- oder Gesichtsbemalung und Tierdarstellung;
4.) ein großes Feuer;
5.) ein Opfer für das Feuer;
6.) ein Opfer an die Natur;
7.) ein Gewässer in der Nähe oder eine offene Schüssel Wasser;
8.) evtl. einbauen vorher gelernter Rituale, wie Steinkreis, Baumfreund aufsuchen, Redestab,
Traumanalyse u. ä.;
9.) zum Abschluss eine üppige Mahlzeit zum "auftanken";
zu 1.) Musik und Tanz:
Musik und Tanz gehören zu jedem Fest. Ob diese Musik live gespielt, oder aus dem Radio ertönt, ist so lange egal, wie sie allen Teilnehmern gefällt.
zu 3.) Körper- oder Gesichtsbemalung und
Tierdarstellung:
Diese Festbeigabe bietet eine Gelegenheit, die eigene Rolle zu unterstreichen, oder sich hinter einer Maske zu verstecken. Wie die "großen
Schamanen" können die Teilnehmer in ihrer für das Fest gewählten Figur um das Feuer tanzen und
so eine symbolische Verbindung herzustellen.
zu 5.) Feueropfer:
- Blumensträuße
- gebündelte Kräuter
- Bitt - oder Dankesbriefe oder selbstgemalte Bilder
zu 6.) Naturopfer:
- Blumensträuße
- gebündelte Kräuter
- Bastelarbeiten aus Naturmaterialien